Die Gonsenheimer Jahrbücher des HGG

11. Jahrgang 2003

Fluglehrer Leopold Anslinger mit seinem Vater

 

Inhaltsverzeichnis

  • Als Gonsenheim rheinhessisch wurde - der Ort in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Friedrich Schütz
  • Gonsenheim um 1900 - das großherzogliche Dorf an der Schwelle zur Moderne. Die Schaffung neuer Energiequellen durch den Bau von eigenen Wasser- (1900) und Gaswerken (1904) von Dr. H-D Müller
  • Alte Gonsenheimer Wirtschaften von Hermann Wohn
  • Sie flogen auf dem Großen Sand. Aus den Erinnerungen des Leopold Anslinger (13.8.1891 - 18.6.1978) Einleitung von Manfred Penning
  • Die Gonsenheimer und ihre Pferde. Zu einer Sonderausstellung im "Museum Gonsenheim" anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Reit- und Fahrvereins Mainz-Gonsenheim 1929 e.V. von Dr. H-D Müller
  • Ein tragischer Fall: Der Gonsenheimer Rechtsanwalt Dr. Erich Jung verliert gegen die NS-Justiz von Dr. Christian-Erdmann Schott
  • Gonsenheimer lernten und arbeiteten auch bei MAN-Gustavsburg, "einem Werk von Weltgeltung" von Dr. Günter Neliba
  • Gonsenheimer Betriebe und Fabriken einst und jetzt II: Kleider- und Wäschefabrik Hans Simon von Heinz Borgmann
  • Gonsenheimer Ausdrücke und Wörter von Walter Becker
  • Testen Sie Ihr Bibelwissen! Zu unserer Bibelausstellung im "Museum Gonsenheim"
  • Der Heimat- und Geschichtsverein im Internet. Wählen Sie: www.hgg-gonsenheim.de. von Volker Schreiber
  • Das Vereinsjahr 2003 von Dr. H-D Müller
  • Gonsenheimer Ortschronik 2003 von Volker Schreiber
  • Wichtiges, Interessantes und Amüsantes in/über/um Gonsenheim im Überblick 2003 von Volker Schreiber

 

Vorwort

Vor fünf Jahren hat uns ein Sponsor die Miete für ein Museum garantiert und uns dadurch in die Lage versetzt, aus den gesammelten Beständen und den Leihgaben und Geschenken unserer Mitglieder und Freunde das "Museum Gonsenheim" aufzubauen. Seit Januar 2000 war unser Domizil das Geburtshaus Maler Beckers, die ehemaligen Gaststätte "Zum Goldenen Stern", in der sich die Revolutionäre von 1848/49 trafen. Dieses historische Gebäude mitten im Ortszentrum war wie geschaffen für unsere Ausstellungen. Nach den Vorträgen im Barocksaal des Renaissance-Rathauses brauchten wir nur über die Straße zu gehen, um unsere "Schätze" zu präsentieren. Wir danken unserem Sponsor und allen Leihgebern, die uns die finanzielle Möglichkeit geschaffen und Ausstellungsstücke gegeben haben, um Gonsenheimer Geschichte gegenständlich darzustellen. Wir danken allen Mitarbeitern und Helfern von Vorstand, Beirat und dem gesamten Verein, die viele Stunden aufgebracht haben, um die Sammlung aufzubauen, zu präsentieren und durch sie zu führen. Wir werden gerne an unser Museum im "Goldenen Stern" zurückdenken. Mit Hilfe des Fördervereins müssen wir von nun an die Miete aus den Beiträgen selbst finanzieren. Obwohl wir bisher schon aus Platzmangel nicht alle Exponate zeigen und weitere Erklärungstafeln nicht aufstellen konnten, müssen wir jetzt mit noch weniger Raum, aber zu einem günstigeren Preis, auskommen. Wir hoffen dadurch, das Museum langfristig halten zu können. Doch von nun an sind unsere Sammlungen weiterhin in einem Haus im alten Ortskern untergebracht, wenn auch am Rande, gegenüber der Gastwirtschaft "Zur Port", benannt nach der "Finther Pforte", einem Torhaus, das am Anfang des 20. Jahrhunderts als ein Verkehrshindernis abgerissen wurde, von dem aus zuvor Jahrhunderte lang die Straße aus dem Nachbarort überwacht worden ist, um Eindringlingen den Weg in das Dorf zu versperren. Vorstand und Beirat und viele spontan hilfsbereite Mitglieder und Freunde haben sich wieder viel Mühe gegeben, die neuen Räume herzurichten, Exponate einzupacken und sie mit dem Mobiliar zu transportieren und die Ausstellung an neuer Stätte aufzubauen. Allen Mitarbeitern sei herzlich dafür gedankt. Wir sind sicher, wir werden auch in Zukunft die Entwicklung des einstigen Bauerndorfes zum schönsten Vorort von Mainz plastisch darstellen können: Keramik von der Vorzeit bis heute, Bronzeschmuck der ersten Gonsenheimerinnen, römische Ziegelsteine, schriftliche Dokumente, Waffen der ersten Franken, Feld- und Arbeitsgeräte der einheimischen Bauern und Handwerker, dazu Werke Gonsenheimer Künstler, eine fertig eingerichtete Küche von einst, Fastnachtsorden, Ansichtspostkarten, Karten, Pläne, Luftbilder usw. Gonsenheimer Geschichte - eine jahrtausend alte Erfolgsgeschichte. Trotz des zeitraubenden Umzugs ist das Jahrbuch 11 entstanden mit einer Reihe von - wie wir hoffen - interessanten Artikeln zur Gonsenheimer Geschichte und Gegenwart. Der ehemalige Stadtarchivdirektor Schütz berichtet über Gonsenheim zu Anfang des 19. Jahrhunderts unter neuer hessischer Herrschaft, Manfred Penning betreut schon zum zweiten Mal eine Ausstellung zu Gonsenheims Fliegerei, dieses Mal hat er die Autobiographie des Goedecker-Fluglehrers Anslinger aufgearbeitet, Pfarrer i.R. Dr. Schott schildert die erfolglosen Bemühungen des Gonsenheimer Rechtsanwalts Dr. Jung, einen jungen Soldaten vor einem NS-Unrechtsurteil und damit der Exekution in Gonsenheims Schießständen zu retten, Heinz Borgmann berichtet über die ehemalige Kleiderfabrik Simon, die er als Geschäftsführer und Schwiegersohn des Inhabers gut kannte, und der ehemalige Vorsitzende der Turngemeinde Walter Becker hat Gonsenheimer Ausdrücke zusammengestellt. Wir freuen uns, geschätzter Leser, wenn Sie weitere Gonsenheimer Mundartwörter und ihre Erklärungen aufschreiben und uns zusenden. Wir werden Sie gerne im nächsten Jahrbuch veröffentlichen. Volker Schreiber hat die aktuellen Ereignisse in unserem Ort protokolliert; Lokalpolitik, Wirtschaft und Vereine spielen die Hauptrolle. Ich habe mich dieses Mal mit den Versuchen der Gonsenheimer Lokalpolitiker zu Anfang des 20. Jahrhunderts beschäftigt, durch Wasser- (1900) und Gaswerke (1904) auch bei der Energieversorgung eigenständig zu bleiben. Die 75-Jahrfeier des Reit- und Fahrvereins hat mich dazu gebracht, Informationen zum Leben der Pferde in Gonsenheim zu sammeln. Gedankt sei allen, die Ihre Aufsätze zur Verfügung gestellt haben. Danken möchte ich allen, die Korrektur gelesen haben, und Volker Schreiber für das Layout und die technische Umsetzung. Wir danken der VR-Bank Mainz und der Mainzer Volksbank für Spenden zur Neueinrichtung des Museums und zum Druck des Jahrbuchs.